Trennung mit Kindern wie vorgehen


Die Gesellschaft ist sich einig: Wenn Eltern sich trennen, bricht für die Kinder eine Welt zusammen. Am besten sollte der Nachwuchs sofort in eine Therapie - allein können die schlimmen Folgen einer Trennung nicht verarbeitet werden. Die Kinder leben teils jahrelang mit der Zuschreibung "Trennungskind". Doch wie sieht die Realität aus? Wie bei allem im Leben ist diese nicht schwarz und weiß, sondern bunt. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass eine Trennung für Kinder auch positive Auswirkungen haben kann. Wie du deinen Kindern bei Trennung und Scheidung helfen kannst, um eine gute Verarbeitung zu ermöglichen, erfährst du in diesem Artikel.

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Wenn Eltern sich trennen - was passiert im Gehirn?

Eine Trennung wird immer die Psyche eines Kindes beeinflussen. Um das zu verstehen, ist an dieser Stelle ein kurzer Ausflug in die Themengebiete Bindung und Stressverarbeitung nötig. Ein Kind kann erst ab dem 12. Lebensjahr auf eine vollends entwickelte Stressverarbeitung zurückgreifen. In den Jahren davor lernt es durch Erfahrungen und Erziehung, Probleme und Stress auf sozial verträgliche Weise zu lösen. Lernt es dies nicht, wird es diese Dinge eher impulsiv mit dem evolutionär angelegten Verarbeitungssystem angehen. Eine sichere Bindung und Zuwendung in den ersten Lebensjahren ist eine gute Grundlage, auf der ein Kind Stressverarbeitung erlernen kann. Trotzdem gilt: Vor dem 12. Lebensjahr ist es in überfordernden Situationen noch auf die Unterstützung der Eltern angewiesen, um Stress zu regulieren. Eine Scheidung der Eltern bedeutet für ein Kind in erster Linie Verlust von Sicherheit und Routine und dies in einer solchen Intensität, dass es schnell zu einer Überforderung kommen kann. Lass mich dir diese wichtige Aussage mit auf den Weg geben: Ja deine Scheidung ist hart für dich, aber du bist erwachsen und wirst irgendwie damit umgehen können. Dein Kind ist in dieser Zeit aber doppelt auf dich angewiesen - seien es tröstende Worte bei der Trennung oder einfach Beziehungsarbeit. Sei achtsam deinem Kind gegenüber und bleib in Kontakt. Das ist eine gesunde Grundlage, um die Scheidung gut verarbeiten zu können.

Wusstest du schon?

Tröstende Worte bei einer Trennung sind nur die halbe Miete. Bei Menschen setzen in Stresssituationen verschiedene kognitive Fähigkeiten aus. Sind wir nervös, fällt uns das Denken meistens schwer. Dieses Phänomen ist bei jungen Kindern noch ausgeprägter. Von deinen gesagten Worten wird also vielleicht nur die Hälfte verstanden. Taten und Haltungen sind für ein Kind viel leichter zu verstehen.

Zusammenbleiben wegen Kindern?  

Macht es Sinn eine Beziehung oder Ehe, die eigentlich am Ende ist, wegen Kindern weiterzuführen? Eine sehr schwierige Frage. Sicher steckt dahinter der nachvollziehbare Gedanke, dem Kind keine schwere Trennung zuzumuten. Diese Idee wird aber wohl auf Dauer nicht gut gehen. Kinder haben sehr gute Antennen und spüren Konflikte bei den Eltern meist noch vor den Erwachsenen. Diese Situationen verunsichern ein Kind. Daher ist es empfehlenswert, offen und transparent mit der Realität umzugehen. Dies stärkt die Beziehung zwischen Eltern und Nachwuchs ungemein. Das Kind erlebt die Eltern - trotz der schwierigen Situation - als ehrlich und gewinnt das Vertrauen, mit jedem einzelnen Elternteil weiterhin einen verlässlichen Ansprechpartner zu haben.

Gerade bei älteren Kindern solltest du dir überlegen, was du ihnen vorleben möchtest. Willst du ihnen vermitteln, dass eine Beziehung komplette Selbstaufgabe mit viel Frustration, Ärger und Wut bedeutet? Dann ist es sicher gut, eine Ehe, die nur noch auf Konflikten beruht, weiterzuführen. Willst du deine Kinder aber zu eigenständigen, achtsamen Wesen erziehen, kann es auch eine Lehre sein, dass man manchmal auf sich selbst hören muss und schwierige Entscheidungen zum Leben dazu gehören. Super wäre es natürlich, wenn die gemeinsamen Kinder in der Folgezeit sehen, dass es beiden Eltern als Single besser geht. Auch wenn der Nachwuchs rebelliert und diese Lektion erst Jahre später verstehen wird: Sie wird ihm eines Tages sehr nützlich sein.

Wusstest du schon?

Zusammenbleiben wegen den Kindern ist für alle Beteiligten keine gute Idee. Der Schock über eine Trennung kann zwar tief sitzen, viel schlimmer für das Kind sind aber dauerhafte und unausgesprochene Konflikte zu Hause. Erinnere dich an das Gehirn eines Kindes: Die Stressverarbeitungssysteme sind noch nicht komplett vorhanden. Stress ist also für ein Kind und dessen Entwicklung noch gefährlicher als für einen Erwachsenen. Frage dich also anstatt "Was tue ich meinem Kind bei einer Trennung an?" lieber "Wie kann ich meinem Kind helfen, die Trennung zu verarbeiten?".

Wenn sich Eltern trennen - ewiges Stigma  

Es gibt unzählige Artikel mit Überschriften wie "Trennung mit Kindern - wie vorgehen?". Einen Beitrag wie diesen findet man dagegen eher selten. Versteh mich nicht falsch: Natürlich ist es wichtig, die Frage zu klären, wie man Kindern bei Trennung und Scheidung helfen kann. Dieses Ereignis löst in der kindlichen Psyche einiges aus und viele Eltern haben Angst vor den Konsequenzen. Ich bin der Meinung, wir sollten keinen defizitären Blick auf Kinder werfen, sondern sie vielmehr als Menschen mit Ressourcen betrachten. Natürlich kann eine Trennung der Eltern Unsicherheit, Wut, und Verzweiflung auslösen. Aber wir schauen überhaupt nicht auf die positiven Aspekte, die eine Trennung auf Kinder haben kann - vorausgesetzt natürlich, dass die Umstände passen. Kinder sind lernfähige Wesen und sie werden irgendwann in ihrem Leben mit schwierigen Entscheidungen oder Trennungen konfrontiert. So sehr du dir das als Elternteil auch wünscht - du kannst deine Sprösslinge nicht vor der Realität bewahren. Gehe aber mit gutem Beispiel voran und zeige, dass eine Trennung nicht der Weltuntergang sein muss. Kinder lernen alles Wichtige im Leben von ihren Eltern. Lebe vor, wie du mit Stress umgehst. Deine Kinder werden unglaublich davon profitieren. Tippe also nicht verzweifelt Fragen wie "Wie kann ich meinem Kind helfen, die Trennung zu verarbeiten?" in Google ein. Lebe deine eigenen Bewältigungsstrategien vor.

Trennung mit Kindern wie vorgehen

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Trennung mit Kindern wie vorgehen - stärke die Beziehung 

Eine schwierige Beziehung kann unglaublich Energie kosten. Oftmals verlieren wir unseren Fokus für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, weil wir mehr mit uns selbst beschäftigt sind. Das ist kein Vorwurf, sondern eine nüchterne Feststellung. In manchen Fällen geht uns sogar der Kontakt zu unseren Kindern etwas verloren und wir bekommen nicht mehr wirklich viel mit. Hier kann eine Trennung wahre Wunder bewirken. Unser Gehirn ist nicht multitaskingfähig. Sind wir also in einer zermürbenden Beziehung, haben wir weniger Aufmerksamkeit für andere Dinge. Fällt uns der sprichwörtliche "Beziehungsstein" aber vom Herzen, sehen wir auch wichtige Sachen wieder klar vor uns. Wir können uns wieder mehr der "Quality Time" mit unseren Kindern zuwenden und diese auch wirklich genießen. In der Zeit nach einer Trennung, braucht dein Kind genau das: Beziehung und Nähe. Nutze also die neu gewonnene Zeit und unternimm mit deinem Nachwuchs etwas, was ihr schon lange vorhattet.

Neben den Kindern, die auf eine Scheidung eher extrovertiert mit Verhaltensauffälligkeiten und Gewalt reagieren, leiden viele eher im Stillen unter der Situation. Beobachte dein Kind ganz genau und thematisiere auch kleine Änderungen im Verhalten mit ihm. Dein Nachwuchs wird ein so schwieriges Thema sicher nicht von sich aus ansprechen. Glaub mir: Eure Beziehung wird unglaublich gestärkt, wenn du "Gedanken lesen" kannst und Dinge ansprichst, die deinem Sprössling nicht über die Lippen kommen würden. Das Credo "Zusammenbleiben wegen Kindern" verliert aus dieser Perspektive seine Bedeutung.

Wusstest du schon?

Oft wollen Kinder die Rolle eines Erwachsenen einnehmen, wenn Eltern sich trennen. Sie denken, dass sie der Grund für die Trennung sind und fühlen sich dann verantwortlich für das Wohlbefinden von Mama und Papa. Die erste Aufgabe ist es dann, den Kindern die Schuld zu nehmen.

Tröstende Worte bei Trennung - gesteht euch Fehler ein  

Eine Trennung wirkt sich natürlich nicht nur auf dein Kind, sondern auch auf dich aus. Du wirst viel über dich lernen und hoffentlich gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das Gute an einer Scheidung ist, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss, um diese zu bewältigen. Man reflektiert die vergangenen Jahre, gesteht sich Fehler ein und entwickelt sich bestenfalls weiter. All diese Dinge sieht auch dein Kind. Eine schwierige Situation ist immer auch eine Chance, persönlich zu wachsen. Du kannst deinem Kind in dieser Zeit eine wichtige Botschaft vermitteln: Hab keine Angst vor Krisen und Veränderungen! Sie können am Anfang weh tun, sind aber auf lange Sicht gesehen gut und gehören dazu. Damit schaffst du die Grundlage, dein Kind mit einem gesunden Mindset großwerden zu lassen. Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der wir schon in der Schule lernen, dass Fehler schlecht sind und wir Problemen besser aus dem Weg gehen sollten, gibst du deinem Kind neue Impulse mit auf den Weg. Natürlich kannst du diese Art der Selbstreflektion nicht schon eine Woche nach der Trennung haben. Daher gilt: Aufmunternde Worte erst für die Erwachsenen - am besten durch Freunde und Familie. Gestärkte und zufriedene Eltern geben diese positive Energie an ihre Kinder weiter.  

Trennung mit Kindern wie vorgehen

Wie kann ich meinem Kind helfen, die Trennung zu verarbeiten - werde glücklicher!

Du willst deinen Kindern bei Trennung und Scheidung helfen, weißt aber noch nicht wie?  Beginne bei dir selbst! Sage deinem Kind nicht nur, dass das Leben weiter geht, sondern zeige es ihm. Im Idealfall geht es beiden Partnern nach der Trennung besser. Und das spüren die Kinder. Plötzlich haben Mama und Papa wieder Spaß am Leben und gemeinsame Ausflüge sind wieder genauso lustig wie früher. Das ist eine super Erfahrung für dein Kind. Genauso wie es Eltern am Herzen liegt, dass es dem Nachwuchs gut geht, sind auch die meisten Sprösslinge sehr fürsorglich. Sie wollen, dass Mama und Papa glücklich sind und haben bei einer Trennung große Angst, dass sie der Grund dafür sein könnten. Mit einer guten Einstellung zum Leben zeigst du deinen Kindern, dass es dir gut geht und das auch Trennungen nicht das Ende der Welt bedeuten. Eine wichtige Lehre für ein Kind.

Doch was, wenn einer mehr unter der Trennung leidet als der andere? Thematisiere auch das offen mit deinem Kind. Es ist gar nichts dabei zu sagen, dass man traurig ist. Das Kind soll durch die Eltern lernen, eine Verbindung zu seinen Gefühlen zu haben und diese auch äußern zu können. Da bringt es wenig, wie ein Eisblock zu der Situation zu schweigen. Sei ehrlich zu deinen Kindern, benutze dabei aber unbedingt altersgemäße Ausdrucksweisen. Genießt dann aber auch im Anschluss die gemeinsame Zeit bei spannenden Ausflügen. Ein Hinweis zum Schluss: Lästere auf keinen Fall vor deinem Nachwuchs über den Ex-Partner. Die Ratschläge in diesem Artikel funktionieren nur, wenn beide Eltern ein gutes, kindgerechtes Klima schaffen.

Wusstest du schon?

Trennung mit Kindern - wie vorgehen, um Loyalitätskonflikte zu vermeiden? Wie entsteht ein solcher Konflikt? Er entsteht eigentlich nur dann, wenn Eltern sich trennen und nicht an einem Strang ziehen oder im schlimmsten Fall sogar vor dem Kind über den anderen lästern. Das Kind ist dann verwirrt, weil es beiden Eltern gegenüber loyal sein will und gerät in einen inneren Konflikt. Haltet eure Probleme auf der Erwachsenenebene und belastet eure Kinder nicht damit!

Trennung mit Kindern wie vorgehen

Fazit: Trennung mit Kindern wie vorgehen? Neue Wege gehen!

Ein wichtiger Punkt vorweg: Es ist immer ein Schock für ein Kind, wenn Eltern sich trennen. In der Psyche eines jungen Menschen wird so ein Erlebnis mit Sicherheit etwas auslösen. Es ist für alle Beteiligten keine einfache Situation, dessen bin ich mir bewusst. Allerdings hängt es im Wesentlichen von den Umständen und dem Umgang untereinander ab, wie die Trennung vom Nachwuchs verarbeitet wird. Vergiss nichtsnutzige Ratschläge, dass das Zusammenbleiben wegen den Kindern, der einzig denkbare Ausweg aus einer Ehekrise ist. Wir leben nicht mehr in den 1950er Jahren und sollten neue Wege gehen. Wir müssen weg vom Bild hilfsbedürftiger Kinder und tausenden dazu passenden Ratgebern wie "Kindern bei Trennung und Scheidung helfen." Vergiss nicht, dass du und dein ehemaliger Partner die Verarbeitung eurer Kinder wesentlich mitbestimmt. Artikel mit Überschriften wie "Wie kann ich meinem Kind helfen, die Trennung zu verarbeiten?" sollten sich also weniger mit Kinderpsychologie, sondern mehr mit der Einstellung der Eltern zu Krisen im Leben beschäftigen. Diese beeinflusst die kindliche Psyche um einiges mehr. Ein Kind braucht also nicht nur tröstende Worte bei einer Trennung. Es braucht Verlässlichkeit und Bindung von beiden Elternteilen. Setze dich mit dir selbst auseinander, kläre Probleme mit deinem Ex-Partner auf der Erwachsenenebene und sei deinem Nachwuchs ein gutes Vorbild. Du hast die Chance, deinem Kind in dieser schwierigen Zeit unschätzbare Lektionen fürs Leben mitzugeben.

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Wie funktioniert eine WG als Eltern?

Als Paar getrennt und dennoch als Eltern zusammen. Für einige ist dabei eine WG die optimale Lösung. Mit klaren Regeln (z.B. neue Partner betreffend) und guter Kommunikation (auch gegenüber den Kindern), kann das durchaus funktionieren. Wichtig dabei ist, dass beide Elternteile zu 100% damit einverstanden sind. Wenn ein Elternteil, das nur der Harmonie wegen macht, führt das früher oder später zu Problemen.

Wie teilt man den Kindern die Trennung mit?

Bei einer Trennung ist es wichtig, dass die Eltern an einem Strang ziehen. Gemeinsam sollte den Kindern die Trennung erzählt und erklärt werden. Erklärt den Kindern die kommenden Veränderungen, aber auch den bleibenden Zusammenhalt der Familie.

Wie schlimm ist eine Trennung für Kinder?

Kinder sind oft härter im Nehmen, als manch Erwachsener vermuten mag. Eine Trennung, bei der die Eltern wieder ein gutes Verhältnis zueinander haben, richtet weniger Schaden an als ein Zusammenbleiben der Kinder wegen.  


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