Liebeskummer


Wir alle kennen ihn, haben ihn schon erlebt und trotzdem werden wir uns nie daran gewöhnen: Liebeskummer. Die meisten würden ihn sicher als schlimmstes Gefühl der Welt bezeichnen. Die rosarote Brille wird schonungslos von den Augen gerissen und die vormals heile Welt erscheint nur noch in tristen Farben. Ja, das kann richtig weh tun. Warum dieser gefürchtete Zustand aber auch die Chance auf ein besseres Leben sein kann, erfährst du in diesem Artikel.

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Was ist Liebeskummer?

Eine einheitliche Definition existiert nicht. Er kann sowohl nach einer Trennung entstehen oder wenn wir unglücklich verliebt sind. Wie alles im Leben hat auch die Liebe zwei Seiten. Die glückliche Beziehung, in der wir uns frei und angekommen fühlen, kann uns in der Trennungsphase die Hölle auf Erden bescheren. Oft merken wir bereits in den Wochen und Monaten vorher, dass unsere Beziehung am Ende ist. Menschen möchten aber an Gewohntem festhalten und gestehen sich diese Erkenntnis nicht ein. Dadurch trifft uns Liebeskummer meist wie ein brachialer Hammerschlag aus dem Nichts. Er ist eine harte Zäsur - schonungslos wird uns die Realität vor Augen geführt. Selbst unser Gehirn findet auf diese emotionale Achterbahnfahrt keine passende Antwort. Der Mensch, der uns bis jetzt am nächsten stand, wird nun einen anderen Lebensweg gehen und uns in Zukunft völlig fremd werden! Eine der Erkenntnisse, die Herzschmerz so schwer macht.

Liebeskummer wirbelt nicht nur unsere Gefühlswelt durcheinander, sondern auch unser Hormonsystem. Eine sehr rationale Definition von Liebe deklariert eine Beziehung als einen Drogentrip - ausgelöst durch Glücks - und Bindungshormone wie Dopamin oder Oxytocin. Fehlen uns diese Botenstoffe sind wir auf einem "kalten Entzug", der uns sowohl auf psychischer und physischer Ebene treffen kann. Je nach eigener Geschichte kann sich dieser Zustand auf den eigenen Selbstwert auswirken und tatsächlich psychische Probleme auslösen.

Wie lange dieser graue und triste Zustand anhält, kann nicht pauschal beantwortet werden. Viel hängt davon ab, wie viele eigene Ressourcen man zur Bewältigung von schwierigen Phasen mitbringt.

Wusstest du schon?

Die Trauerphase nach einer Beziehung kann uns tatsächlich krank machen. Seelische Schmerzen können sich körperlich im sogenannten "Broken-Heart-Syndrom" äußern. Aufgrund von überschüssigen Stresshormonen kann es zu einer Funktionsstörung des Herzens kommen. Die kleinen Herzkranzgefäße verkrampfen sich, was die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzens erschwert. Die Symptome ähneln stark denen eines Herzinfarkts. Das "Broken-Heart-Syndrom" ist gut behandelbar und reguliert sich in den meisten Fällen von selbst. Allerdings zeigt es auch, dass "Herzschmerz" nicht nur reine Kopfsache ist.

Phasen von Liebeskummer

Herzschmerz ist mittlerweile von der Psychologie gut untersucht. Er wird medizinisch als Anpassungsstörung definiert. Das für Außenstehende oft irrational erscheinende Verhalten, wird von der Wissenschaft in vier Phasen gegliedert. Diese laufen dabei nicht einheitlich ab und können je nach Individuum in Länge und Ausprägung variieren.

Phase 1: Verleugnen

In dieser Phase stehen wir unter Schock und verleugnen die Realität. Wir gestehen uns das Geschehene nicht ein und können unsere Beziehung nicht loslassen. Mit allen möglichen Versprechungen versuchen wir unseren Partner wiederzugewinnen, um den altbekannten Status Quo wiederherzustellen. In dieser Verarbeitungsphase ist man besonders anfällig dafür, Signale des Ex-Partners falsch zu deuten.

Phase 2: Gefühlschaos

Nach dem ersten Schock wird uns klar, dass es keine Hoffnung mehr für eine gemeinsame Zukunft gibt. Alle Gefühle, die bisher unterdrückt wurden, kommen nach und nach zum Vorschein. In dieser Phase können wir uns ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen und unsere Gefühle fahren Achterbahn. Von Angst, über Wut, bis zu Verzweiflung durchleben wir alles einmal. Oft kommen gegen Ende des Gefühlschaos Rachegefühle dazu.

Phase 3: Neuorientierung

So langsam geht es wieder aufwärts. Zwar vermissen wir unseren Ex-Partner noch, aber wir schaffen es immer mehr, auch klare Gedanken zu fassen. Vor allem hört in dieser Phase die Idealisierung der Partnerschaft auf. Wir heben nicht mehr die guten Zeiten in den Himmel, sondern erinnern uns auch an die schwierigen Phasen der Beziehung. Oft stellen wir fest, dass wir meistens eher unglücklich in der Beziehung waren. Diese Phase bildet einen idealen Nährboden, um sich selbst besser kennenzulernen.

Phase 4: Zurück ins Gleichgewicht

Die Talsohle ist durchschritten. Wir haben die Trennung verarbeitet und können die Beziehung loslassen. Manchmal verspüren wir noch Trauer oder Wut, aber unser Denken ist wieder positiv und richtet sich nach vorne. Durch neue Perspektiven können wir die Türen der Vergangenheit endlich schließen.

Liebeskummer

Unglücklich in der Beziehung - wann ist Herzschmerz besonders schlimm?

Genau wie es keine einheitliche Definition von Liebe gibt, ist auch so etwas komplexes wie Herzschmerz nicht rein wissenschaftlich erfassbar. Wie eine Trennung erlebt wird, hängt stark vom individuellen Charakter und Werdegang der Person ab. Viele werden mit einer Trennung gut fertig, andere dagegen benötigen professionelle Hilfe, um wieder ins Gleichgewicht zu finden. Eine Tendenz bezüglich der Intensität gibt es trotzdem: Menschen, die häufig unglücklich in ihrer Beziehung waren, fällt es schwerer, diese zu verarbeiten. Schwierige Partnerschaften zeichnen sich häufig dadurch aus, dass ein Partner seine Wünsche zurückstellt. Obwohl rational erkannt wird, dass die Beziehung am Ende ist, wird um jeden Preis an ihr festgehalten. Mit Liebe hat das oft nichts mehr zu tun. Vielmehr erfüllt der Partner ein existenzielles Bedürfnis. Man fühlt sich geliebt und nährt damit seinen eigenen Selbstwert. Die Selbstliebe aus sich selbst heraus, ist meistens nicht stark ausgeprägt, weshalb man auf Bestätigung von außen angewiesen ist. Ist die Beziehung am Ende, leidet der Selbstwert der Person erheblich. Ein starkes Anzeichen für eine toxische Beziehung. Menschen, die eine solche Partnerschaft leben, haben häufig unbewusst eine andere Definition von Liebe und tun sich auch mit einer Trennung entsprechend schwerer.

Eine Beziehung loslassen kann für manche Menschen einen existenziellen Kampf mit dem eigenen Unterbewusstsein bedeuten. Wie sehr Herzschmerz uns zusetzt, hängt also weniger von der Dauer der Beziehung ab, sondern eher von unserer eigenen Person. 

Wusstest du schon?

Frauen und Männer zeigen im Liebesleben oft unterschiedliche Verhaltensweisen. Während Frauen meist unglücklich in der Beziehung sind, erfahren Männer den Schmerz erst, nachdem die Partnerschaft dann wirklich zu Ende ist. Auch in der Trauerphase verhalten sich die beiden Geschlechter unterschiedlich. Männer ertränken ihr Leid oft in Alkohol oder stürzen sich in sexuelle Abenteuer. Frauen dagegen gehen mit Ihrem Schmerz eher introvertiert um. Meist haben sie mehr Bezug zu ihren Gefühlen, was beim Verarbeiten einer Trennung helfen kann.

Vier Tipps gegen ein gebrochenes Herz

Eine Trennung oder unerwiderte Liebe zu verarbeiten, zählt zu den schwierigsten Aufgaben im Leben eines Menschen. Diese Phase wird uns immer vor Herausforderungen stellen, aber im Folgenden erhältst du vier Tipps, die dich in dieser schwierigen Zeit optimal unterstützen können.

- Absolutes Kontaktverbot

Sicherlich der Tipp, der am schwierigsten zu befolgen ist. Ein kalter Entzug ist die beste Möglichkeit, schnell mit der letzten Beziehung abzuschließen. Ein zu frühes Aufeinandertreffen mit dem Ex-Partner verstärkt nur den Schmerz. Die wichtigste Maßnahme am Anfang einer Trennung ist es, alle Kontaktmöglichkeiten zu löschen, sei es E-Mail, Handynummer oder Facebook Messenger.

- Raus aus der Opferrolle

Der Schmerz ist meistens zu groß, um auf logische Argumente zu hören. Trotzdem solltest du dir immer wieder sagen, dass du schon mehr als einmal den Herzschmerz besiegen konntest und jedes einzelne Mal hat es dich stärker gemacht. Besinne dich auf deine Fehler in früheren Zeiten und überlege, was du nun anders machen kannst. So wirst du vom lethargischen Opfer, zum aktiven Gestalter deines Lebens.

- Trauer zulassen

Gerade für Männer ist dieser Rat wichtig. Es ist auch okay, wenn man mal nicht der Starke ist und perfekt funktioniert. Auch Trauer und Wut müssen gefühlt und gelebt werden. Dazu gehört auch die ein oder andere Träne oder eine schnulzige Ballade, die man sonst nicht hören würde. Für Unausgesprochenes bietet sich ein Brief an, den man dem Ex-Partner schreibt, aber nicht abschickt.

- Ablenkung suchen

Aktiv zu werden ist das beste Rezept gegen Liebeskummer. Machst du beispielsweise dreimal wöchentlich Sport ist es wichtig, diese Routine möglichst einzuhalten. Natürlich wird das in den ersten Wochen nach einer Trennung sehr schwer, allerdings macht es Sinn, diese Gewohnheit schnell wieder aufzunehmen. Ein strukturierter Wochenablauf mit einem festen Hobby gibt Sicherheit und Halt und im besten Falle kannst du dort deine negativen Gedanken zumindest für einige Stunden abschalten. Sind schon einige Wochen vergangen, kannst du dich auch an eine neue Aktivität wagen.

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Was können Freunde tun?

Herzschmerz bedeutet Stress für uns. Daher sind wir in dieser Phase nur schwer in der Lage, rationale Entscheidungen zu treffen. Unser kognitives Denken wird von den vielen Stresshormonen in unserem Körper abgeschaltet. Auch für Freunde und Familie ist diese Zeit nicht einfach, da diese oft als Psychologe und Prellbock herhalten müssen. Freunde sollten sich an das alte Motto "Zuckerbrot und Peitsche" halten. Natürlich ist es wichtig, sich die Sorgen und Ängste des Freundes geduldig anzuhören und ihn bei der Verarbeitung zu unterstützen. Gemeinsame Aktivitäten oder ein Wochenendtrip können wahre Wunder bewirken. Mit Ratschlägen sollte generell vorsichtig umgegangen werden. Unnötige Phrasen wie "Das wird schon wieder!" oder "Ich hätte mir das eh nicht so lange bieten lassen." bringen nichts. Schlimmer noch:  Sie können dem sowieso schon angeknacksten Selbstwertgefühl gehörig zusetzen. Je nach Phase des Liebeskummers können Ratschläge falsch aufgefasst werden. Über den Ex-Partner herzuziehen ist keine gute Idee, wenn der Mensch diesen noch idealisiert. Viel wichtiger ist es für Freunde, ein guter Zuhörer zu sein und konkrete Handlungsvorschläge zu machen.

Trotzdem sollte eine Person auch gebremst werden, wenn sie sich zu sehr im eigenen Selbstmitleid suhlt. Ist jemand über Monate hinweg jedes Wochenende betrunken und nervt alle im Club mit Negativität, ist es Zeit für ein klares Gespräch unter Freunden. Auch für deutliche Worte sind Freunde da. Manchmal braucht ein Mensch einen Tritt in den Allerwertesten, um wieder Orientierung zu finden. 

Wusstest du schon?

Eine Beziehung loslassen ist nie ganz einfach. Dennoch gibt es einige Ressourcen, die uns diesen Prozess erleichtern können. Viele dieser Eigenschaften lernen wir als Kind, andere entwickeln sich erst im Jugend - und Erwachsenenalter. Eine sichere Bindung in der Kindheit, eine positive Grundhaltung und das Erlernen konstruktiver Bewältigungsstrategien sind hier wichtig.

Liebeskummer

Raus aus der Komfortzone - warum Liebeskummer auch dein bester Freund sein kann

Liebeskummer holt uns schonungslos aus unser Komfortzone. Dies tut im ersten Moment weh, kann uns aber auch die Augen öffnen. Wie viele Paare sind unglücklich in ihrer Beziehung und bleiben einfach aus Gewohnheit zusammen, um die schlimme Zeit nach einer Trennung zu vermeiden? Liebe bedeutet auch immer ein Wagnis. Wir öffnen uns einem Menschen und lassen ihn in unser Leben. Letztendlich gibt es aber keine komplette Sicherheit, dass dieser Status Quo immer erhalten bleibt. Natürlich möchte jeder Herzschmerz vermeiden. Viele Menschen leiden so lange in ihrer Beziehung, bis es wirklich nicht mehr anders geht. Mit einem Schlag wird uns der Boden unter den Füßen weggerissen und alles was uns bisher Sicherheit gegeben hat, hat sich in Luft aufgelöst. Im emotionalen Niemandsland fühlen wir uns verletzlich und angreifbar. Doch was, wenn ich dir sage, dass genau dieses karge Land der Nährboden für mehr Lebensqualität sein kann? Die größten Veränderungen passieren außerhalb der Komfortzone und werden meist durch eine persönliche Krise ausgelöst. Deine alte Beziehung loslassen, kann die beste Entscheidung deines Lebens werden. Du kannst beispielsweise für dich eine neue Definition von Liebe festlegen. Was für einen Partner möchtest du überhaupt und was ist dir in einer Beziehung wichtig? Du hast nun mehr Freiheiten und kannst dich in Bereichen verwirklichen, was vorher vielleicht undenkbar war. Und last but not least: Dir wird klar, was du in einer Partnerschaft zukünftig nicht mehr akzeptieren wirst.

Liebeskummer

Wusstest du schon?

Mittlerweile gibt es Psychologinnen und Psychologen, die sich auf Liebeskummer spezialisiert haben. Sie fungieren dabei oft primär als Ansprechpartner und arbeiten danach gezielt am Selbstwertgefühl der Betroffenen. Das gebrochene Herz ist meist der Auslöser, der einen Menschen aus der Bahn werfen kann. Frauen nehmen dieses Angebot häufiger in Anspruch als Männer.

Fazit: Beziehung am Ende - auf zu neuen Ufern

Solange es Menschen gibt, wird es Liebeskummer geben. Tief empfundene Liebe beinhaltet auch immer die Gefahr, verletzt zu werden. Letztendlich entscheidest aber du selbst, wie sehr Herzschmerz dir zusetzt. Sicher, die ersten Wochen und Monate können hart sein - du hast dich so fest an eine Routine gewöhnt, dass Körper und Geist zunächst mit der Veränderung nicht klarkommen. In dieser Zeit regieren Stresshormone unseren Organismus und du kannst keinen klaren Gedanken fassen. Erlaube dir zu trauern und gestehe dir selbst zu, dass Hobby und Arbeit in dieser Phase nicht zu 110% erledigt werden können. Vergiss nicht: Dein Körper steht unter Stress, was ihn enorm Energie kostet.  Ist die Akutphase überstanden, kommen klare Gedanken zurück und neue Perspektiven hinzu. Aus diesem Grund ist Herzschmerz auch immer eine Bestandsaufnahme. Unser Kompass des Lebens richtet sich neu aus und wir können Wege gehen, die vorher nicht sichtbar waren. So kann Liebeskummer in etwas Positives und Wegweisendes umgedeutet werden. Vielleicht schaffst du es sogar dem Leben zuvorzukommen. Merkst du, dass deine Beziehung am Ende ist und alle Rettungsversuche gescheitert sind, sollte sie beendet werden. Warte nicht, bis du zu einer Entscheidung gezwungen bist. Höre auf dich, setze die Segel Richtung Zukunft und finde eine neue Definition von Liebe und Leben.

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Liebeskummer – wie lange dauert er?

Wurde die Frau verlassen, braucht sie bis zu Drei Jahre. Männer ca. 18 Monate. Verlässt die Frau, so ist sie schneller über die alte Beziehung hinweg als ein Mann. Der ist oftmals erst erleichtert und fällt später in ein Loch. 

Ist Liebeskummer Gefährlich?

Verletzt zu werden, ist niemals ein angenehmes Gefühl. Ist die Psyche eines Menschen schon davor nicht stabil, könnte der Liebeskummer zu weiteren Psychischen Belastungen führen. Depression, Mord oder Suizid könnten die folgen sein.

Was sind die Symptome bei Liebeskummer?    

Ähnlich einer Grippe: Kraftlosigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit. Hinzu kommt die Machtlosigkeit und das Broken-Heart-Symptom.


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